Was sind die ersten Dinge, die einem bei Berlin einfallen? Vermutlich denkt man an den Fernsehturm, das Brandenburger Tor, viele Kulturangebote oder die leckere Currywurst. Was einem einfällt wenn man in Berlin gelebt hat? Schmutz, Kebabstände und viele Assis in der U-Bahn. Wird einem das nicht schnell zu viel? Nicht unbedingt, denn das gehört einfach dazu und verleiht Berlin einen besonderen Charme. Damit kommt man schnell zurecht, man braucht kein schlechtes Gewissen zu haben wenn man seine Flaschen auf der Straße stehen lässt oder wenn man nach Jahren noch immer kein einziges Wort der Motz Zeitung gelesen hat. Aber das ist nicht alles, was man mit Berlin verbindet. Spätestens nach den ersten wilden Partynächten, bei denen samstags, 7 Uhr morgens, mehr Leute mit der Bierflasche nach Hause fahren als in die Arbeit, weiß man, dass man auf der richtigen Seite sitzt. Denn das Feiern hat hier einen ganz besonderen Stellenwert, es ist ein Kulturgut, welches mit viel Leidenschaft gepflegt wird. Kaum eine andere Stadt auf dieser Welt hat eine so große Fülle an einzigartigen Clubs, die ihre Pforten erst schließen wenn Schweißtropfen den Boden in einem Eislaufplatz verwandeln. Eine Sperrstunde gibt es hier nicht, genauso kann man zu jeder Uhrzeit Getränkenachschub in Spätis und Essen bei Ständen holen. Ein paar meiner persönlichen Club-Highlights aus den letzten zwei Jahren werde ich hier vorstellen. Selbst Schlaflosigkeit, stundenlanges Schlangestehen und provozierende Türsteher haben den freudigen Erlebnissen keinen Abbruch getan.

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© Mathias Walter

 

Sisyphos

Der Kultclub an der Rummelsburger Bucht liegt zwar etwas abgeschottet in Lichtenberg, der Weg in diese andere Welt ist es aber auf jeden Fall wert. Kaum ein anderer Club steckt soviel Liebe in Details, das Tanzvergnügen in Bretterbudenromantik ist für jeden Elektro- und Technofan ein wahres Paradies. Dieser Club soll Berliner Tugenden darstellen und wird größtenteils von Berliner Partygängern besucht. Das Sisyphos bietet sowohl für geübte Raver als auch für Leute die nur etwas entspannen wollen eine stilvolle und gemütliche Umgebung. Im großen Außenbereich mit Teich, künstlichem Strand und Aussichtsplattform gibt es genug Platz um seinen Füßen eine kurze Pause zu gönnen um anschließend wieder saftige Bassklänge durch seinen Körper schallen zu lassen. Die Tür ist im Vergleich zu anderen Berliner Clubs freundlicher. Zieht euch nicht zu schick an und macht einen netten Eindruck um hineinzukommen. Die Wartezeit ist am Freitag- und Samstagabend recht lange, da die Veranstaltung jedes Wochenende von Freitag 24 Uhr bis Montag 10 Uhr läuft, gibt es jedoch genug Zeiten um der Schlange zu entkommen. Die Preise sind recht niedrig: um die 10,-€ für den Eintritt, Getränkepreise auch im berechtigten Bereich, Essensmöglichkeiten sind vorhanden. Tor auf und los gehts in die mystische Welt des Sisyphos!

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© Sisyphos

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© Sisyphos

Salon zur Wilden Renate

Dieser Club erinnert eher an ein Labyrinth aus farbenfrohen, teils kitschig eingerichteten Zimmern die an sich schon einen Besuch wert wären. Das umgebaute Einfamilienhaus verfügt über viele kleine Zimmer, Gänge, Treppen und einen wunderschön dekorierten Außenbereich. Auf alte Holzbänke oder in ein frei herum stehendes Auto setzen, das plätschernde Wasser des Brunnens belauschen und die vielen Details erkunden macht viel Spaß. Falls es dann wieder Zeit zum Tanzen wird, erwarten euch größtenteils Elektro- und Technomusik auf einem der 3 Floors. Feiern im urbanen Wohnzimmerambiente mit vielen freundlichen Menschen, großartiger Stimmung und vielen verrückten Geschichten beschreibt eine Nacht in der vor allem WILDEN Renate am besten. Die Preise sind human, bei den DJ’s gibt es eine gute Mischung aus lokalen und bekannten Acts. Die Anlage ist gut, für Berliner Verhältnisse jedoch nichts Außergewöhnliches. Die Türsteher sind überdurchschnittlich freundlich. Falls die Gruppe nicht zu groß, die Leute nicht zu schick angezogen und der Bewusstseinszustand zumindest noch billigsten Smalltalk zulässt, steht einem Eintritt zu diesem Zirkus nichts mehr im Weg.

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© Katharina Jarolimek

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© Mathias Walter

Ritter Butzke

Lange Zeit ein Geheimtipp, ist die Butzke zumindest unter Berlinern schon länger sehr bekannt. In letzter Zeit findet man zwar immer mehr Touristen vor Ort, Szenenberliner sind dennoch genug am Start. Größtenteils wird hier Elektro, House und Techno gespielt, es gibt jedoch einen Floor der viele verschiedene Musikrichtungen, je nach Veranstaltung, anbietet. Das Licht flackert, die Decke ist am Mainfloor recht tief und versprüht typischen Underground-Flair. Wenn dann noch überfreundliche fremde Menschen einen umarmen, Konfetti vom Himmel fällt und die Schlange zum WC sich schneller auflöst als erwartet (da kaum jemand alleine hineingeht), fühlt man sich richtig wohl - zumindest solange man sich darauf einlässt. Das Publikum ist nach eigenen Erfahrungen sehr divers, es gibt keine klare Zielgruppe. Jeder, der den Stil des Clubs respektiert, ist willkommen. Also nicht jeder, denn bei der Tür wird etwas darauf geachtet, ein Gleichgewicht von Personengruppen zu erzielen. Bei den meisten Veranstaltungen gibt es jedoch einen Vorverkauf, mit dem der Eintritt kein Problem darstellen sollte.

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© Mathias Walter

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© Victor Torres

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